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Bier-Verkostungen – so geht’s:

Erster Schritt: das Bier muss ins Glas ;). Man selbst sollte Ruhe und Zeit haben und das Programm: „schön gemütlich und lecker Bierchen“ eingestellt haben. Alle Sinne sind im „ON-Modus“.

Zapfen oder einschütten: die Zapfanlage muss sauber sein und der Betriebsdruck muss stimmen. Das ist die Sache der Wirte. Leider wird oft vieles falsch gemacht. Der Spruch: „der Brauer braut’s, der Wirt versaut’s“ trifft zu.
Einschütten aus der Flasche: Das Glas sollte nur eine leichte Schräglage haben und das Bier sollte mit Schwung über den Glasrand fließen. Bier sollte beim einschütten Sauerstoff aufnehmen. Das verstärkt den Geschmack.

Das richtige Glas: ….muss richtig gereinigt sein, vor allem muss das Glas fettfrei sein. Am besten von Hand mit einem Glasspülmittel und dann mit klarem Wasser nachspülen. Wenn Ihr die Gläser poliert, dann mit einem richtigen Glastuch.
Faustregel: je schlanker das Bier, desto schlanker das Glas. (Stark-) Biere mit viel Körper verlangen nach einem breitem Glas. Ein gutes Beispiel sind die Trappistengläser.

Die richtige Temperatur: ganz wichtig ist, das Bier sollte nicht zu kalt sein. 7-9 Grad Celsius ist bei vielen Bieren genau richtig.
Faustformel: je mehr Alkohol desto mehr Temperatur. Ein schöner Eisbock darf auch mal bei 12-14 Grad verkostet werden. Erst dann sind die Aromen voll da. Im Zweifel lieber etwas wärmer als zu kalt.

Der Geschmack: also alle Sinne einsetzen. Schon die Farbe wirkt (das Auge ißt mit), der Schaum sagt auch viel. Er sollte Feinporig und haltbar sein, es gibt aber Ausnahmen in den Bierstilen. Es geht um die „sexiness im Glas“.
Auf die Nase kommt es an. Am besten mit leicht geöffnetem Mund den Duft und die Aromen durch die Nase einziehen. Durch die Nase wieder ausatmen (aber nicht ins Glas). Deine volle Wahrnehmung ist gefragt.
Jetzt ! Der erste Schluck. Konzentriere Dich zunächst auf das Mundgefühl. Das bezeichnen wir als den Körper des Bieres. Samtig weich, vollmundig, schaumig oder moussierend ?
Schließe die Augen und nimm den Geschmack intensiv wahr. Die Zunge nimmt an verschiedenen Bereichen unterschiedlich wahr. Vorne die Süße, hinten die Bittere an den Seiten das Saure und Salzige.

Bierbeschreibung: Bei der Beschreibung fängt man mit der Farbe an und macht mit dem Schaum weiter. Antrunk, Mundgefühl und Abgang gehören ebenso dazu wie eine Beschreibung der Bittere. Es soll positiv und verständlich formuliert werden.
Hier ein Beschreibungbeispiel von einem Alpirsbacher Kloster Dunkel:
Kastanienfarben mit glanzklarer Optik und einem feinporigen, festen Schaum.
Malzaromatische Duftnoten mit leichten Röst- und Karamellaromen und Anklänge an Nüssen und Trockenbeeren. Im Antrunk weich moussierend mit leichter Süße, an Zartbitterschokolade erinnernd, gepaart mit einem vollen Körper. Es folgt eine zurückhaltende Hopfenbittere, die in einem malzbetonten Abgang endet.

Ganz bewusst habe ich ein Beispiel von einem ganz normalen handwerklich hergestelltem Bier aus Bayern gewählt, dass zeigen soll, was man alles entdecken kann, wenn man bewusst und mit Genuss verkostet.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Genusstrinken.

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